Montag, 15. Dezember 2014

Grrrr... Familienbesuche

Ich weiß nicht warum. Aber sobald ein Arzt im Raum ist, denken manche Familienmitglieder plötzlich, man könnte lauter Fragen über den Patienten stellen. Ich finde es unter aller Sau. Ich sitze nebendran und dann wird nach den Überlebenschancen und dem Stadium meines Krebses gefragt. Fragt mich mal einer, ob ich das will? Ob ich das Stadium wissen will? Ob ich die Überlebenschancen wissen möchte? 
Es hieß die ganze Zeit, es wäre wohl Stadium 1 oder 2. Nun hieß es 2 oder 3. Es ist nicht aufbauend so etwas zu hören. Mir wäre es lieber gewesen, in meinem alten Glauben gelassen zu werden. Warum kann man nicht einfach mal alles dabei belassen wie es ist? Warum muss dauernd nach Wahrscheinlichkeiten gefragt werden?

Warum bekomm ich gesagt, ich soll ein Testament und eine Patientenverfügung schreiben und mich um die Betreuung nach meinem Tod kümmern, wenn ich lebe? Wo ist meine gedankliche Bratpfanne? 

Hallo Welt, ich lebe!!!! 

Kommentare:

  1. Nimm die Bratpfanne und hau sie den unsensiblen Familienmitgliedern über den Kopf.
    Nein, sowas brauchst Du Dir nicht anzutun.
    Sag was Du denkst und sag, was Du nicht möchtest!!!

    Alles Liebe!

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  2. Liebe Marie,
    zunächst möchte ich, ohne negativ zu sein, sagen, dass ich wirklich betroffen bin. Ich lese schon seit Längerem deinen anderen Block und fand es schon immer toll, wie du das Leben lebst, mit all seinen Höhen und Tiefen. Als ich jetzt von deiner Diagnose las, war ich geschockt. Vor allem auch, weil ich genauso alt bin wie du. Doch deine Lebensfreude und dein purer Optimismus springen auf den Leser über. Und das, obwohl du es doch selbst am Nötigsten brauchst. Ich finde deine Einstellung absolut bewundernswert und sehr inspirierend. Es rückt das eigene Leben, mein Leben wieder ins rechte Licht.
    Ich schreibe unter diesen Post, weil ich dir etwas zu der Familie sagen will. In meinem engen Familienkreis gibt es gerade auch jemanden, der an Krebs erkrankt ist. Inzwischen hat er die Behandlung gut überstanden. Worauf ich hinaus will, ist, dass ich weiß, wie sich die Angehörigen fühlen. Man ist auch total hilflos und weiß nicht recht, wie man sich verhalten soll. Man will dem Betroffenen Halt geben, ihn unterstützen. Aber soll man die Krankheit ignorieren und so tun, als ob nichts wäre oder soll man das Thema in die Unterhaltungen mit einbeziehen? Jeder Angehörige geht auch anders damit um. Ich denke, es hilft deiner Familie und vor allem auch dir, wenn du konkret sagst, wie sie damit umgehen sollen, was du gut und was du schlecht findest. Dann weiß jeder, woran er ist.
    Nichtsdestotrotz ist so ein Verhalten, wie du es schilderst, natürlich absolut inakzeptabel. Das Wohl und die Interessen des Betroffenen sind das Einzige was zählt. Aber im engsten Familien-und Freundeskreis versteht sich das sicherlich von selbst.
    Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen eisernen Willen und Optimismus niemals verlierst. Doch dafür wird schon deine kleine Familie sorgen, allen voran deine Tochter. Denn was gibt es schöneres auf der Welt, wofür man kämpfen kann. Und am Ende siegt immer das Gute.
    Liebe Grüße,
    Steffi

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